Der in unserem Bericht „Kohleausstieg? Kohle ist ein unverzichtbarer Notanker“ erwähnte Evaluierungsbericht der Bundesregierung lässt auf sich warten. Der Bericht soll einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Stromversorgung liefern. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sowie die Dachverbände warnen regelmäßig vor enormen Herausforderungen für die Netzstabilität [1].
Globale mittlere Temperatur im August 2026

Quelle: https://www.drroyspencer.com/latest-global-temperatures/
Gegenüber dem Vormonat Juli mit +0,48 0C stieg die über Nord- und Südhemisphäre sowie über Tropikgebiete gemittelte globale Temperatur der unteren Atmosphäre auf +0,68 0C an. Der globale Temperaturanstieg seit 1. Dez. 1978 beträgt +0,16 0C pro 10 Jahre.
Das Earth System Science Center der University of Alabama in Huntsville [1] gab dazu folgende Erklärung ab:
Dieser Anstieg von +0,2 °C wurde hauptsächlich durch eine starke Erwärmungsverschiebung auf der Südhalbkugel verursacht, insbesondere in den südlichen Extratropen, die sich nach einem kühleren als normalen Juli deutlich erholten. Der 47+-Jahres-Trend liegt derzeit bei +0,157 °C/Jahrzehnt, was auf +0,16 °C/Jahrzehnt aufgerundet ist. Wir schätzen den Fehlerbereich dieses Trends über 47+ Jahre auf ±0,03 °C/Jahrzehnt, was die dritte Dezimallage unbedeutend macht.
Die tropischen atmosphärischen Temperaturen blieben im August erhöht und stiegen leicht auf +0,9 °C über dem Normalwert an, verglichen mit +0,85 °C im Juli. Laut dem neuesten Update des Climate Prediction Center (CPC) der NOAA gilt weiterhin eine El Niño-Warnung. Überdurchschnittliche Meeresoberflächentemperaturen (SSTs) und atmosphärische Zirkulationsanomalien im zentralen und östlichen Äquatorialpazifik bestätigen, dass El Niño vorhanden ist und bis zum Jahresende voraussichtlich verstärkt wird. CPC erwartet, dass El Niño bis zum Frühling 2027 anhält. Darüber hinaus weist der CPC-Ausblick für die probabilistische Stärke derzeit eine 90%ige Wahrscheinlichkeit für einen sehr starken El Niño im Zeitraum November-Januar 2026/2027 auf (definiert durch einen Relative Oceanic Niño Index [RONI] von 2,0°C oder höher).
[1] https://www.nsstc.uah.edu/data/aosc/Global_Temperature_Report/2026_Reports/GTR_202608.pdf
Antarktik-Eisschmelze – Weniger als 1 cm in 30 Jahren

Eine neue Studie [1] berichtet, dass das Schmelzen des antarktischen Eisschilds (AIS) zwischen 1992 und 2020 insgesamt nur 0,74 cm zum Meeresspiegel hinzugefügt hat. Die Autoren halten diese Menge – +0,26 mm/Jahr Schmelzwasseräquivalent offenbar – für äußerst alarmierend.
Die Studie bewertet 203 Gletscher auf der AIS Western Peninsula und dokumentiert einen statistisch signifikanten Anstieg der Oberflächenmassenbilanz (SMB) seit 1980 sowie eine stabile bis leicht positive Gletscherhöhenänderung (+0,02 m pro Jahr) von 1989 bis 2020. Ein 40-jähriger positiver SMB-Trend deutet darauf hin, dass die Region mehr Wasser als Schnee und Eis an Land speichert, anstatt es ins Meer abzugeben.

[1] https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1029/2026GL122660
Irlands Klimapolitik im Spannungsfeld der Zeitenwende

Irland repräsentiert das Spannungsfeld zwischen bestehendem und erwünschtem neuen Wirtschaftsmodell noch viel besser, als es Deutschland tut.
Oscar Wilde hatte leicht reden „Wir müssen bereit sein, uns von dem Leben zu lösen, das wir geplant haben, damit wir das Leben finden, das auf uns wartet.“
Die grüne Insel nutzt seine reichhaltig vorhandenen saftigen, grünen Wiesen für seine treibhausgaslastige Landwirtschaft. Gleichzeitig etablieren sich urbane Zentren, allen voran Dublin, als Hotspots für energiehungrige Rechenzentren in Europa.
Irland droht seine Klimaziele zu verfehlen,[1] Deutschland ebenso.[2] Interessenkonflikte werden dabei naturgemäß zunehmen.
Der Tunnelblick auf Treibhausgasemissionen durchkreuzt jedwede rationale Bewertung von nachhaltigen Wirtschaftsstrategien. Dieser Meinung ist nicht nur das ‚Irish Climate Science Forum‘.[3]
Klimawandel, ein Sündenbock für vieles

„The Last Day of the Drought“ (Der letzte Tag der Dürre“)(1881) von Homer Watson ist ein Ölgemälde auf Leinwand, das eine karge Landschaft am Ende einer langanhaltenden Dürre darstellt. Die trockene, rissige Erde und gedämpften Farben spiegeln die Härte der Umgebung wider.
Kaum ein Thema begleitet den Menschen so zuverlässig durch den Alltag wie das Wetter. Über das Wetter kann man sprechen, ohne viel zu erklären. Es ist ein gemeinsamer Erfahrungsraum, ein unverfänglicher Gesprächseinstieg und doch von großer praktischer Bedeutung. Anders verhält es sich mit dem Klima. In der medialen Öffentlichkeit werden beide Begriffe jedoch häufig miteinander vermischt.
El Niño-Prognose für Ende 2026
Es gibt sehr deutliche meteorologische Hinweise darauf, dass sich El Niño („das Christkind“) bis Ende 2026 erheblich verstärken könnte. Wo und wie entsteht dieses mächtige Klimaphänomen und wie beeinflusst es unser weltweites Wettergeschehen? Aufgrund der aktuellen Entwicklung greifen wir dieses Phänomen erneut auf.
Kosten der Energiewende allein durch den Netzausbau
Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit auf Seiten der Wind- und Solarstrom-Befürworter mit der preiswertesten Stromerzeugung argumentiert und die Nutzung der Kernenergie zugleich als die teuerste Stromerzeugung diffamiert wird. Allein die Kosten des für die Ökostromerzeugung zwingend notwendigen Ausbaus der Stromnetze macht deren falsche Einschätzung deutlich.
Die Politisierung hat die Klimaforschung um Jahrzehnte zurückgeworfen
Am 1. August 2026 erschien in der Weltwoche ein Interview mit Prof. Dr. Richard Lindzen. Daraus zitieren wir einige seiner Antworten.
Richard Lindzen war bis zu seiner Emeritierung 2013 Professor für Atmosphärenphysik am Massachusetts Institute of Technology (MIT), lehrte davor in Harvard und gehört zu den meistzitierten Klimaforschern der Welt – und zu den umstrittensten. Lindzen war selbst über Jahre als Autor an IPCC-Berichten beteiligt, bevor er zu einem der profiliertesten Kritiker des Uno-Klimagremiums wurde. Sein Vorwurf: Die Klimaforschung sei zu einem politischen Geschäftsmodell verkommen, bei dem Billionen von Dollar verteilt würden – und bei dem jeder, der widerspreche, seine Karriere aufs Spiel setze.
Die klimapolitische Falle: Warum Misserfolge so oft dazu führen, dass alles beim Alten bleibt
Gruppenidentität, sozialer Status und ein von Qualifikationen dominiertes politisches Establishment machen die Klimadiskussion zunehmend immun gegen enttäuschende Ergebnisse, argumentiert Evert Doornhof von Clintel*). Das Ergebnis ist eine klimapolitische Falle, in der Misserfolge nicht zu einem Umdenken führen, sondern zu noch mehr Klimapolitik.